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29.04.2015, 17:36 Uhr | Bundesregierung
Umweltschutz
Weltmeere vor Plastikmüll schützen - EU geht voran
 

 

  In der EU gehen rund 100 Milliarden Plastiktüten jährlich durch die Hände der Bürger. Acht Milliarden Beutel landen in der Landschaft oder im Meer, mit schwerwiegenden Folgen für die Natur. Um die Umweltbelastungen zu senken hat die EU beschlossen, die Nutzung von Plastiktüten zu beschränken.

Die Neuregelung betrifft Einwegtüten, die die Verbraucher derzeit noch kostenlos an den Kassen von Supermärkten, Boutiquen oder Schuhgeschäften erhalten. Von der Regelung ausgenommen sind wiederverwendbare Plastikbeutel und dünnwandige Tüten, in die Frischfleisch, Fisch oder Obst verpackt werden.

Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Europa soll bis 2019 von derzeit rund 200 auf 90 Tüten sinken. Bis Ende 2025 soll jeder Bürger in Europa im Schnitt nur noch 40 Beutel pro Jahr verbrauchen. Wie die Vorgaben umgesetzt werden, bleibt den Ländern selbst überlassen. Sie dürfen die Einwegtüten verbieten, besteuern, oder Gebühren für sie einführen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks setzt auf Freiwilligkeit. „Dank freiwilliger Maßnahmen des Handels, etwa der Einführung eines Entgelts für Plastiktüten, liegen wir in Deutschland mit 71 Tüten pro Kopf und Jahr weit unter dem EU-Schnitt“, sagte sie der Lebensmittelzeitung von März.

Plastiktüten haben einen hohen Anteil an der Vermüllung der Meere. Die deutsche G7-Präsidentschaft will deshalb einen Beitrag zur Lösung dieses Problems leisten. „Wir werden uns mit dem Meeresumweltschutz beschäftigen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Darüber hinaus solle die G7-Präsidentschaft genutzt werden, Fragen der Governance von Meeresschutzgebieten zu thematisieren. Die Gipfelteilnehmer sollten sich auch für die Weiterentwicklung der Regeln für einen umweltverträglichen internationalen Tiefseebergbau einsetzen.

Der meiste Müll in Meeren und an Stränden sind Plastikteile. Durch Sonne und Wellen zerfällt ein Teil davon in immer kleinere Stücke. Am Ende sind die Plastikteilchen winzig, nicht mal 5 Millimeter groß. Fische und andere Meerestiere wie Krabben oder Krebse nehmen diese Mikroplastikteilchen auf.

So gelangt Mikroplastik in die Nahrungskette. Wie das auf die Tiere wirkt und ob Mikroplastik auch der Gesundheit des Menschen schadet, ist bisher unklar. Das Bundesforschungsministerium hat deshalb mit zehn anderen EU-Staaten ein Forschungsprogramm mit einer Gesamtfördersumme von 7,5 Millionen Euro gestartet.