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10.04.2012, 17:45 Uhr | Bundesregierung
Mehr Zeit für Familie
 



Zeit spielt im Leben der meisten Familien eine enorm wichtige Rolle. Zeit scheint immer zu knapp zu sein: Kindererziehung, Familienleben, die Pflege von Angehörigen – all das müssen Eltern im Alltag stemmen. Wie dies geschieht und wie Familien die Zeitknappheit dabei überwinden, hat erheblichen Einfluss auf ihre Zufriedenheit.

Das Thema Zeit steht deswegen im Mittelpunkt des Achten Familienberichts der Bundesregierung. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte acht Experten 2010 damit beauftragt, zum Thema Zeit für Familien zu forschen und Konzepte für eine familienfreundliche Politik zu entwickeln.

Bundesregierung muss dem Bundestag in jeder zweiten Wahlperiode unaufgefordert einen Bericht über die Lage der Familien in Deutschland vorlegen. Mit der Ausarbeitung des Berichts beauftragt die Bundesregierung jeweils eine Sachverständigenkommission und nimmt zu dem Bericht Stellung.

Elternzeit soll flexibler werden

Familienministerin Schröder betonte bei der Vorstellung des Berichts: „Wir wollen Zeitpolitik als eigenständiges Feld wirkungsvoller Familienpolitik etablieren.“

So sollen Eltern die dreijährige Elternzeit künftig flexibler gestalten können. Bisher können Eltern maximal zwölf Monate der Elternzeit bis zum Ende des achten Lebensjahres übertragen werden. Diesen Anteil will die Bundesregierung auf 24 Monate erhöhen. Bis zum 14. Lebensjahr des Kindes ermöglicht das Eltern, ihre Arbeitszeit mit Zustimmung des Arbeitgebers zu verringern oder zeitweilig auszusteigen.

Großelternzeit soll kommen

Außerdem kündigte Schröder an, die „Großelternzeit“ ausbauen zu wollen. Alle berufstätigen Großeltern sollen – analog zur Elternzeit – die Möglichkeit bekommen, ihre Arbeit zu verringern oder auszusetzen, um sich um ihre Enkel zu kümmern. Bislang ist dies nur möglich, wenn das Kind der Großeltern jünger als 21 und in Ausbildung ist. Auch hier soll der Anspruch voraussichtlich drei Jahre betragen.

Schon jetzt sei es so, dass in 51 Prozent aller Familien die Großeltern in die Betreuung ihrer Enkelkinder eingebunden sei, betonte die Ministerin. Dieses wolle die Bundesregierung mit der Großelternzeit für alle künftig erleichtern.

Auch Kommunen sind gefragt

Die Experten betonen in ihrem Bericht zudem, dass viele Zeitkonflikte von Familien ihren Ursprung darin haben, dass die verschiedenen lokalen Taktgeber ungenügend abgestimmt seien. Die Familienministerin ist überzeugt, dass wenn Schulen, Betreuungseinrichtungen, Handel, Arbeitgeber, Verkehrsbetriebe besser aufeinander abgestimmt wären, viele Familien in ihrem Alltag Erleichterung verspüren würden. Die Bundesregierung wolle daher mit Hilfe ihrer bundesweiten Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ Angebote für eine kommunale Zeitpolitik erarbeiten und schon einmal in Modellprojekten erproben.

Schröder bekräftigte zudem, dass die Bundesregierung am Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab August 2013 festhalte. Noch seien nicht alle Gelder, die der Bund für diesen Zweck zur Verfügung gestellt habe, von den Ländern abgerufen worden. Sie forderte Länder und Kommunen auf, zu ihren Zusagen des Ausbaus zu stehen.